MISSA
Messen des 20. Jahrhunderts

Volume 1
MISSA Vol. 1

Mit dieser Produktion eröffnete
SICUS Klassik
eine neue Reihe:

MISSA  —  Messen des 20. Jahrhunderts

„Ite, missa est“, frei übersetzt „Geht, ihr seid nun entlassen“ – so werden die Gläubigen vom Priester verabschiedet, seit Gottesdienste gefeiert werden. Immerhin seit dem 7. Jahrhundert. Nicht so lange, aber es ist auch ein gutes Halbjahrtausend her, dass sich aus dem Gottesdienst heraus die Messe als eigenständige musikalische Gattung entwickelte. Ja, ihr kommt in ihrer vokal-instrumentalen Ausformung, zunächst historisch wie liturgisch-überkonfessionell definiert, absolut zentrale Bedeutung zu. Kaum ein Komponist von Rang und Namen, der sich nicht mit ihr auseinandergesetzt hätte. Zu nennen sind – um nur wenige repräsentativ herauszugreifen – aus der Renaissance Dufay, des Prez und Palestrina, aus dem Barock Johann Sebastian Bach, François Couperin le Grand, Alessandro Scarlatti und Pergolesi, aus der Klassik das Wiener Dreigestirn Haydn, Mozart und Beethoven, von denen letzterer die Brücke zum 19. Jahrhundert mit insbesondere Schubert, Berlioz, Verdi, Liszt, Bruckner und Dvorák schlägt.

Die Messen dieser Komponisten und ihrer ungezählten Zeitgenossen spiegeln in der Bandbreite zwischen A-cappella-, Orgel-, Solo- und Orchestermesse die jeweils allgemeine musikalische Entwicklung wider. Nicht anders präsentierten sich die Messen des 20. Jahrhunderts in der Konsequenz, die Tradition mehr oder minder zu verlassen. Sie dokumentieren auf ihre Weise den radikalen stilistischen Wandel von der Spätromantik (Reger und Haas seien genannt) über die frühe Moderne in ihrer gesamten Bandbreite (u. a. Strawinsky, Jolivet, David, Hindemith, Pepping, Schroeder und Distler) hin zur Dodekaphonie (u. a. Martin, Ahrens und Heiller).

Auf dieser CD werden nun fünf Messen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorgestellt, damit ein Repertoire, das ungewöhnlich erscheinen mag, doch einmal mehr die der Neuen Musik bewusst aufgeschlossene Exklusivität des Labels SICUSKlassik bestätigt. Sie entstanden zwischen 1952 und 1980 für die gottesdienstlich-liturgische Praxis, die eine konzertante Darbietung nicht ausschließt – im Gegenteil. Ihre Komponisten, in den vier Jahrzehnten zwischen 1907 und 1947 geboren, unterscheiden sich prägnant in ihrer stilistischen Orientierung, wie auch die Werke selbst nicht minder hinsichtlich Form und Besetzung jeweils eigene Akzente setzen.
Joachim Dorfmüller

Rezension


Inhalt Volume 1
Jean Langlais (1907 – 1991)
Missa „in simplicitate“ (1952)
[1] Kyrie 3'29
[2] Gloria 4'41
[3] Credo 5'17
[4] Sanctus et Benedictus 3'04
[5] Agnus Dei 3'31

Wolfgang Stockmeier (geb. 1931)
Sonate III („Missa brevis“), op. 150 (1970)
[6] Kyrie
O wir armen Sünder
4'21
[7] Gloria
Allein Gott in der Höh sei Ehr
5'48
[8] Credo
Wir glauben all an einen Gott
4'40

Norbert Linke (geb. 1933)
Choral-Variationen nach dem altkirchlichen „Gloria in excelsis“
(„Allein Gott in der Höh sei Ehr“)
(1979)
[9] Majestätisch, ruhig schreitend 1'19
[10] (Agogisch) 1'10
[11] (Quasi recitativo) 2'53
[12] Allegretto  –  Allegro 1'37
[13] Sehr getragen misterioso 3'18
[14] Majestätisch, ruhig schreitend (Wiederholung) 1'20

Kjell Mørk Karlsen (geb. 1947)
Messe over norske folketoner („Missa norvegica“) (1979)
[15] Kyrie  –  Kyrie, Gud Fader af Himmerig
Kyrie, Gott Vater des Himmelreichs
4'43
[16] Gloria  –  Aleneste Gud i Himmerig
Alleiniger Gott im Himmelreich, Dir sei Lob und Preis
3'37
[17] Agnus Dei  –  O Jesu, for din Pine
O Jesu, für Deine Schmerzen sei Dir gedankt
2'57

Arvo Pärt (geb. 1935)
„Annum per annum“  —  Missa pro organo (1980)
Komponiert zum 900. Jubiläum des Domes zu Speyer
[18] Introduktion 0'58
[19] K  (Kyrie) 1'53
[20] G  (Gloria) 1'38
[21] C  (Credo) 1'56
[22] S  (Sanctus) 1'37
[23] A  (Agnus Dei) 2'14
[24] Coda 0'57

Ingeborg Hischer  ·  Mezzosopran 
Joachim Dorfmüller  ·  Orgel

Aufgenommen: Oktober 2005 & Februar 2006 Lutherkirche Wuppertal · Aufnahme und Bearbeitung: sonox musikproduktion · Mastering: Thomas Sandmann, master orange music · Digital Recording · Gesamtdauer: 69'43

SICUSKlassik   sic 006-2

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